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Gartenkunst in Galizien – Kamelienblüte im Winter

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Gartenkunst in Galizien – Kamelienblüte im Winter 07.02.2010 :: Gartenkunst in Galizien – Kamelienblüte im Winter
Reisen zu den prächtigen und üppigen englischen Gärten auf der englischen Halbinsel Cornwall haben eine lange Tradition. Hingegen ist kaum bekannt, dass sich im Nordwesten Spaniens ähnlich beeindruckende Gartenanlagen finden lassen.
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07.02.2010 [10:14]

Reisen zu den prächtigen und üppigen englischen Gärten auf der englischen Halbinsel Cornwall haben eine lange Tradition. Hingegen ist kaum bekannt, dass sich im Nordwesten Spaniens ähnlich beeindruckende Gartenanlagen finden lassen.

Gartenkunst in Galizien – Kamelienblüte im Winter

Madrid -  Kamelien mit ihren großen weißen oder rosa Blüten schmücken an Wintertagen die Gärten von Schlössern und Herrenhäusern in den Rías Baixas überreichlich. Die Kamelie gehörte im 18. Jahrhundert zur adligen und großbürgerlichen Kultur, was sich auch in Alexandre Dumas Roman „Die Kameliendame“ ausdrückt. Der Roman war die Vorlage für Verdis Oper „La Traviata“. Die Schönheit der Kamelie lässt sich auf einer Route durch die Gärten der architektonisch ebenso reizvollen „pazos“, wie die  Herrenhäuser auf Galicisch genannt werden, in großer Zahl bewundern.

Kamelien in der Burg von Soutomaior
Die Burg Soutomaior wurde schon im 12. Jahrhundert in der Regierungszeit von Alfonso VII. errichtet. Den Höhepunkt ihrer Macht erlebte sie aber unter dem Feudalritter Pedro Madruga – „Peter Frühaufsteher“, der diesen Beinamen erhielt, weil er seine Feinde zu früher Morgenstunde angriff.

Einige der Kamelien  auf dem Burggelände Soutomaior gehören zu den ältesten in der Provinz Pontevedra. Dort wachsen Exemplare aus dem neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert wie die Camellia Japonica, Reticulata, Sasanqua, Saluenensis oder Williansii. Auβerdem stehen in dem 25 Hektar großen Garten die beiden gröβten Kamelien Galiciens mit einem Umfang von 8 auf 4,5 Meter und 4,1 auf 8 Meter.

Pazo de Oca
Der Pazo de Oca ist das älteste Adelsstammhaus Galiciens. Wahrscheinlich wurde er Mitte des siebzehnten Jahrhunderts auf einer Festung aus dem zwölften Jahrhundert  errichtet.

Im ersten der Vorgärten wachsen alte Kamelienarten wie die Camilla Alba Plena, Reticulata und Sasanqua. 107 Kamelien mit unterschiedlicher Wuchshöhe erfreuen an der Innenwand der Fassade das Auge des Betrachters. Parallel dazu befinden sich fünf botanische Garteneinheiten, in denen insgesamt 28 verschiedene Kamelien-Arten heimisch sind.

Besondere Erwähnung verdienen die ältesten Kamelien der Gartenanlage hinter der Kapelle. An der Ostwand des Pazo führt ein Spaziergang entlang  277 weißer Kamelien zu einem weiteren Gartenbereich mit 17 Kamelien, die eine Pflanzenskulptur in Form einer Margerite bilden. Ein niedriger Lorbeerwald in der Mitte des Gartens umgürtet 25 Kamelien. Auf der westlichen Seite des Weges befindet sich ein Picknick-Bereich mit weiteren 73 Kamelien und verschiedenen Pflanzenarten wie Rhododendren oder ein über 300 Jahre alter Redwood Boj.

Quiñones de León
Der Pazo Quiñones de León oder Castrelos wurde auf dem ehemaligen Turm Lavandeira aus dem siebzehnten Jahrhundert errichtet. Zwei Jahrhunderte später wurde er durch einen Turm auf der rechten Seite und einen linken Vorderflügel ergänzt. Seit 1937  beherbergt der Pazo, der von einem Park und dem Wäldchen „El Bosquete“ umgeben ist, das Städtische Museum von Vigo.

Der 20 Hektar groβe Garten ist in vier Bereiche unterteilt: Vorgarten, Rosengarten, Französischer und Englischer Garten. Der Rosengarten begrenzt die drei Ebenen des Gartens, in dessen Mitte sich der Englische Garten und der sogenannte „Tee-Rasen“ befinden.

Zwischen Englischem und Französischem Garten, direkt neben dem Herrenhaus, ist das Schmuckstück des Pazo Quiñones de León zu finden, die „Methusalem-Kamelie“, eine der ältesten Kamelien in Galicien.

Die Gärten des Provinzpalastes
Woher die 16 verschiedenen Arten der Camellia Japonica in den Gärten des Provinzpalastes von Pontevedra kommen ist unbekannt, jedoch weiß man, dass sie zwischen 1891 und 1903 gepflanzt wurden. Möglicherweise stammen sie aus den Baumschulen  der Königlichen Gartenbaugesellschaft, die 1890 in Porto gegründet wurde.

Der Pazo von Quintans
Das Schmuckstück des Pazo von Quintans aus dem Jahr 1606 ist die über 90-jährige Kamelie „Marguerite Bouillon“.

Der Pazo von Rubianes
Der Pazo von Rubianes aus dem achtzehnten Jahrhundert befindet sich im Besitz der Marquise von Aranda, Urcola Zuloaga. Einige ihrer Kamelien wurden anlässlich der Internationalen Kamelienausstellungen, die die Provinzregierung von Pontevedra alljährlich veranstaltet,  mit Gold und Silber ausgezeichnet.

Die Finca von La Saleta
Die Finca von La Saleta, deren Gründung auf das Jahr 1721 zurückgeht, liegt 15 Minuten vom Villagarcía entfernt. Auf ihrem Gelände stechen Kamelienarten wie die Camellia Caudata, Crysanta, Cuspidata, Lutchuensis, Oleifera, Saluenensis, Sinensis, Reticulata, Japonica und Sasanquea hervor.

Foto: Carstino Delmonte/ Touristikpresse.net


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